30. April 2021: Pressemitteilung

Protestveranstaltung am 5. Mai
Denn: Berlin braucht „Gute Schulen für Alle“!

Pressemitteilung, Berlin, 29. April 2021

Am 5. Mai findet eine Mitmach Aktion am Roten Rathaus zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt. Denn: Berlin braucht „Gute Schulen für Alle“!

Das Berliner Bündnis für schulische Inklusion fordert „Gute Schulen für alle“!
Das Berliner Bündnis für schulische Inklusion protestiert am 5. Mai von 15 bis 17 Uhr vor dem Roten Rathaus für das Recht auf inklusive Bildung endlich, überall, für alle!

Die wichtigst en Forderungen und damit den dringenden Handlungsbedarf wird das Bündnis am 05. Mai 2021 an die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Sandra Scheeres im Rahmen des 1. Berliner Behindertenparlament übergeben.

Der dringendste Handlungsbedarf besteht in folgenden fünf Forderungen:

  • Forderung 1: Recht auf eine gute Schule für alle
  • Forderung 2: Verlässliche personelle Ressourcen, multiprofessionelle Teams für mehr Bildungsgerechtigkeit und qualitativ hochwertige Bildung
  • Forderung 3: Räumliche (barrierefreie) Ressourcen
  • Forderung 4: Umstrukturierung der Berliner Beratungs und Unterstützungszentren (SIBUZ) – Schaffung unabhängiger Beschwerde und Beratungsstellen!
  • Forderung 5: Guten Unterricht in den Mittelpunkt stellen

Diese Forderungen werden zur selben Zeit auch als Antrag im Berliner Behindertenparlament eingebracht. Seit einigen Tagen findet bereits eine berlinweite Abstimmung dazu statt. Das Parlament tagt an diesem Nachmittag erstmals pandemiebedingt digital anstatt im Abgeordnetenhaus von Berlin. Gegen 16:15 Uhr werden die Forderungen an die Bildungssenatorin Scheeres dort persönlich übergeben. Die Mitmachaktion des Berliner Bündnisses wird zuvor im Live Stream während des Parlamentes und über Alex TV übertragen.

Inklusion seit Jahren nur ein Lippenbekenntnis
Das Berliner Bündnis für schulische Inklusion gründete sich im September 2020. Seit dem haben zahlreiche Bündnispartner*innen einen Forderungskatalog erarbeitet, der auf die bildungspolitische Agenda mit höchster Priorit ät in Berlin gehört. Inklusion steht zwar drauf, tatsächliche Inklusion ist aber nicht drin seit vielen Jahren bleibt sie nur ein Lippenbekenntnis. Viele Eltern in Berlin verzweifeln bei der Suche nach einer passenden Schule für die besonderen Bedürfniss e ihrer Kinder. Sie und ihre Kinder erhalten zu wenig und/oder zu spät die richtige Unterstützung durch das SIBUZ, das Jugendamt mit seinem neuen Auftrag um Teilhabe und die Schulen, welche in hundert anderen alten und neuen Herausforderungen stecken geblieben sind.

Bedürfnisse bleiben auf der Strecke
Es mangelt an Ausstattung, um individuelle Förderung zu gewährleisten, manchmal um überhaupt eine Schule besuchen oder einfach nur einen Ausflug mitmachen zu können. Spezifische Bedürfnisse sind nicht selten gar nicht zu decken, wie etwa auch das Menschenrecht auf Kommunikation. Versteckt werden Kinder dadurch an Schulen gedrängt, die weit weg von zu Hause, sind, weil um die Ecke nichts und wirklich gar nichts geht! Unabhängige Beratung oder Beschwerdemöglichkeiten fehlen ganz. Auch alle in Schule Arbeitende klagen über die strukturellen Defizite, organisatorische Hürden, systemische Lücken und vor allem Zuständigkeitsstreitereien bei Unterstützungsleistungen so wie sie individuell notwendig sind. Dabei gibt es viele gute Vorbilder und Beispiele, wie schulische Inklusion gelingen kann und zur guten Schule für alle wird. Denn gute Schule für alle – mit allem was es braucht – ist ein Menschenrecht bereits seit 2009.

Protestaktion 5. Mai 15 17 Uhr am Roten Rathaus
Deshalb veranstaltet das Berliner Bündnis zum europäischen Protesttag diese Mitmach Aktion für alle , die endlich tatsächlich und gemeinsam etwas verändern wollen. Gemeinsam mehr Gestaltungskraft entfalten lebt das Berliner Bündnis für schulische Inklusion. Verbände, Vereine, Initiativen, Einzelpersonen, Eltern, Lehrkräfte, Fachkräfte für Erziehung und Sozialpädagogik, Schulassistenzen und therapeutischen Fachkräfte und diejenigen um die es geht setzen sich gemeinsam für das Menschenrecht auf aktive Teilhabe und diskriminierungsfreie inklusive Bildung und Ausbildung in Berlin ein. Dazu gehört auch ein barrierefreier Zugang zu Bildung für alle. Aus Sicht des Bündnisses gibt es in Berlin zu wenige inklusive Schule, in der alle willkommen sind und jede*r die gleichen Chancen hat und Gleichbehandlung erfährt. Dazu bräuchte es ein barrierefreies Bildungssystem, das mit Lehrmitteln, Hilfsmitteln, Fördermaterialien, personell, räumlich und vor allem vom Kind oder Jugendlichen aus denkend und handelnd so ausge stattet ist, dass alle gut gemeinsam lernen können. Die individuell angemessenen Vorkehrungen für die Bedürfnisse von einzelnen sind seit 12 Jahren ein Menschenrecht dann passt es auch für das System.

Das Bündnis hat gemeinsam mit dem Verein “Schule in Not” und der Berliner Bürgerplattform die Kampagne “Schule muss anders” entwickelt. Aktionen sind sowohl vom Bündnis und der Kampagne in diesem Super Wahljahr geplant um die Aufmerksamkeit auf die Defizite im Berliner Schulsystem aufmerksam zu machen und die Berliner Politiker*innen auf zu fordern hier endlich aktiv zu handeln gemeinsam mit uns!

Weitere Informationen:

Pressekontakt:
Anne Lautsch
Berliner Bündnis für schulische Inklusion
c/o Komturstraße 58 62
12099 Berlin

Telefon: 030/21958631
E-Mail: info@buendnis inklusion.berlin

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